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Dance Poetry

Dance Poetry – Canan Erek, Berlin, im Bürgeramt Bergheim

dance poetry  / Canan Erek, Berlin

23./ 24. 9. dance poetry /Bürgeramt Bergheim

9:00 – 16:00Uhr – vor Ort + Filmaufnahmen – / sich wiederholende kurze Performances im Bürgeramt Bergheim

Hintergrund

dance poetry ist eine Tanz-­‐Performance-­‐Reihe, bei der ortsspezifische Choreografien wie Gedichte in Form von kurzen Performances in unterschiedlichen öffentlichen Räumen aufgeführt werden. Es werden bewusst öffentliche, dem Kunstbetrieb ferne, Räume und Umgebungen gesucht, um eine größtmögliche Partizipation für jedermann zu ermöglichen. Die Auswahl der Orte ist gleichzeitig der Reiz und die Herausforderung dieses Vorhabens. Denn dadurch bieten sich neue Möglichkeiten bezüglich der Vermittlung, dem Inhalt und der Produktion. Gleichzeitig werden hier neue Wege erprobt, wie man mit darstellender Kunst im öffentlichen Raum in das Alltaggeschehnis des Großstadtbewohners eingreifen kann. Das sinnliche Erlebnis, die Erfahrung, Bewegung als Tanz zu begreifen und im eigenen Alltag wieder zu entdecken, ist das, was dance poetry bewirken will.

Die Aufführungen der Performance-Reihe finden in Warteräume von Bürgerämtern statt. Der Warteraum eines Bürgeramts vereint Menschen aller sozialen Schichten jeglicher Couleur, die nach einem vorgegebenen System bedient werden. Hier halten sich Menschen zweckgebunden auf und warten auf die „Abfertigung“ ihres Behördengangs. In den zumeist trostlosen Warteräumen, sitzen oftmals viele Menschen dicht beisammen und wünschen sich, die Angelegenheit schnell hinter sich zu bekommen. Der Behördengang wird demnach eher als unangenehme Pflicht wahrgenommen während die Wartenden einander fremd bleiben und sich kaum bewegen.

In diesem „ungeliebten“ Ort des Stillstands, wo keine Bewegung erwartet wird, tritt der zeitgenössische Tanz zu dem vorhandenen Umfeld in Beziehung und fordert die Anwesenden als Zuschauer auf. Diese Intervention in die Routine des Warteraums aktiviert diesen passiven Ort und irritiert die Wartenden durch sich bewegende Körper, überraschend und in unmittelbarer Nähe.

Umsetzung

Das Künstler-­‐Team besteht aus eine Choreografin/künstlerische Leiterin, vier professionelle Tänzer/innen und einem Kameramann, der die Performances dokumentiert und editiert. Je nach architektonischen und räumlichen Möglichkeiten werden mehrere Szenen vorbereitet. Danach wird die Performance in wesentlichen Facetten im Vorfeld choreografisch ausgearbeitet. Die Tänzer/innen haben dennoch die Freiheit, spontan auf die Situationen vor Ort zu reagieren. Jede Performance hat eine Länge von bis zu 20 Minuten. Die erarbeiteten Strukturen beruhen nicht nur auf rein tänzerischer Herangehensweisen sondern beinhalten szenische Vorgaben, die dem Tanztheater nahe stehen.

Die Performance findet ohne Ankündigung statt. Die Tänzer/innen mischen sich zunächst unter die Menschen. Sie verhalten sich wie die vor Ort Anwesenden bevor sie mit der Performance beginnen. Da wir Videoaufnahmen machen, setzen wir aber die Wartenden durch Bekanntgabe/Aushang darüber in Kenntnis. Bislang hatten wir diesbezüglich keine Probleme. Die Performance wird nach einer gewissen Zeit am selben Tag wiederholt.

Seit 2012 sind bereits in acht Berliner Bezirken (Neukölln, Schöneberg, Pankow, Friedrichshain, Kreuzberg, Wedding und Tiergarten) unterschiedliche dance poetry Performances erarbeitet und in Form von Trailer im Internet veröffentlicht worden.

Sie können sich gerne die entstandenen Trailer auf der Homepage anschauen.

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